Manche Instrumente wirken, als müsste man sie früh beginnen, sonst bleibt man Gast. Das Akkordeon ist da weniger hochmütig. Es nimmt Menschen mit Geschichte auf. Vielleicht auch, weil es selbst nie ganz neutral klingt.
Wer später anfängt, bringt keine leeren Ohren mit. Da sind Lieder aus der Familie, Musik aus Filmen, Tanzmusik, Kirchenklang, Konzertabende, vielleicht auch ein Stück, das man jahrelang heimlich mochte. All das sitzt mit auf dem Stuhl, wenn das Akkordeon dem Oberschenkel steht.
Diese Vorgeschichte hilft
Du musst nicht bei null hören lernen. Du erkennst oft sofort, ob eine Melodie trägt. Du merkst, ob ein Bass zu schwer tritt. Du hast vielleicht eine Vorstellung davon, welche Stimmung ein Stück haben soll, auch wenn die Finger noch langsam sind.
Das ist viel wert. Technik baut den Weg. Die Klangvorstellung sagt, wohin er führen soll.
Der Anfang darf erwachsen klingen
Ein erwachsener Anfang muss nicht nach Kinderzimmer klingen. Er darf schlicht sein, aber nicht beliebig. Ein langsamer Walzer. Eine reduzierte Chansonlinie. Eine kleine Melodie, die Luft hat.
Wer so beginnt, übt nicht nur richtig und falsch. Man übt schon sehr früh Entscheidung: Wie soll dieser Ton klingen?


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