Das erste Stück wird oft mit zu viel Bedeutung beladen. Es soll zeigen, dass sich der Kauf gelohnt hat. Dass man doch musikalisch ist. Dass die Familie ruhig mal staunen darf. Das ist ein ziemlich schwerer Rucksack für acht Takte.
Ein Anfangsstück hat eine andere Aufgabe. Es soll Dir erlauben, wiederzukommen. Heute. Morgen. Nächste Woche. Ohne dass Du innerlich schon seufzt, bevor Du den ersten Ton spielst.
Ein kleines Stück kann viel erzählen
Manche Melodien brauchen nicht viel. Zwei saubere Phrasen, ein ruhiger Bass, ein Balgwechsel, der nicht stolpert. Wenn das gelingt, ist schon etwas passiert. Der Klang steht im Raum. Du hörst, wie die linke Hand den Boden legt und die rechte Hand darüber spricht.
Das ist nicht wenig. Es ist der Beginn einer Beziehung zum Instrument.
Woran Du ein gutes erstes Stück erkennst
Du kannst es singen. Du kannst es langsam spielen, ohne dass es zerfällt. Und Du hast nach dem Üben nicht das Gefühl, Dich durch eine Prüfung geschleppt zu haben.
Der Rest kommt später: mehr Töne, mehr Bass, mehr Bewegung. Am Anfang darf Musik klein anfangen. Sie sollte nur nicht leer sein.


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