Bei Kindern wird vieles über Bewegung und Nachahmung gelöst. Sie probieren, verlieren sich, vergessen die Zeit und manchmal auch die Anweisung. Erwachsene sitzen anders am Instrument. Sie prüfen. Sie hören sich selbst kritischer zu. Nach drei falschen Bässen kommt schnell der Gedanke: Das liegt an mir.
Meist liegt es nicht an Dir. Es liegt daran, dass erwachsenes Lernen mehr Ordnung braucht. Eine Übung muss nachvollziehbar sein. Ein Stück muss einen Grund haben. Ein falscher Ton wird nicht einfach weggelacht, sondern bleibt ein paar Sekunden im Raum stehen.
Das kritische Ohr ist kein Feind
Viele Erwachsene hören sehr genau, ob etwas noch wackelt. Dieses Ohr kann streng sein, aber es ist auch ein Geschenk. Wer hört, dass der Balg am Ende einer Phrase abreißt, kann lernen, ihn besser zu führen. Wer merkt, dass die linke Hand schiebt, kann den Rhythmus „reinigen“.
Der Trick besteht darin, das Hören nicht gegen sich selbst zu wenden. Ein falscher Bass ist kein Urteil. Er ist eine Stelle, an der der Körper noch keine Landkarte hat.
Erwachsene brauchen gute Reihenfolgen
Am Anfang sollte nicht alles gleichzeitig kommen. Erst der Klang. Dann die Bewegung. Dann die Koordination. Dann Tempo. Diese Reihenfolge klingt langweilig, aber sie schont Nerven. Wer sofort alles spielen will, übt oft nur den eigenen Stress.
Ein erwachsener Lernweg darf nüchtern sein. Zehn ruhige Minuten mit einer klaren Aufgabe bringen mehr als eine halbe Stunde, in der Du Dich durch ein zu schweres Stück kämpfst.
Eine kleine Frage für den Anfang
Frag Dich vor dem Üben: Was soll nach diesen Minuten ein wenig besser sein? Ein Wechsel? Ein Ton? Der Anfang einer Phrase? Wenn Du das benennen kannst, wird Üben deutlich friedlicher.
Kinder lernen oft in Schleifen, Erwachsene gerne mit Sinn. Beim Akkordeon ist beides gut. Die Schleife für die Hände, der Sinn für den Kopf.


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