Wie übt man Akkordeon richtig, ohne sich Fehler anzugewöhnen?

Viele erwachsene Anfänger haben eine ganz bestimmte Sorge:

„Was, wenn ich mir von Anfang an falsche Bewegungen oder Fehler angewöhne – und sie später nie wieder loswerde?“

Diese Sorge ist verständlich. Und sie ist auch berechtigt. Denn: Ja – man kann sich Fehler antrainieren.

Aber: Man kann das sehr gut vermeiden, wenn man ein paar einfache Grundsätze beachtet.

Die wichtigste Erkenntnis zuerst

Nicht die Übezeit entscheidet über den Fortschritt, sondern die Art, wie man übt.

15 Minuten richtig üben bringen mehr als 60 Minuten unkonzentriertes Wiederholen.

Warum sich Fehler überhaupt einschleichen

Fehler entstehen meistens, wenn man:

zu schnell spielen will, zu früh ganze Stücke durchspielt, Unklarheiten „übergeht“, müde oder unkonzentriert übt, ohne klares Ziel übt.

Das Gehirn lernt leider auch Fehler – nicht nur richtige Bewegungen.

Der wichtigste Grundsatz: Langsam ist schnell

So banal es klingt:

Was du langsam sauber spielen kannst, kannst du später auch schnell.

Was du nur schnell und unsauber kannst, bleibt unsauber.

Langsames, bewusstes Spielen ist keine Schwäche, sondern der schnellste Weg zum sicheren Spielen.

In kleinen Abschnitten üben statt ganze Stücke „durchquälen“

Ein sehr häufiger Fehler:

Immer wieder das ganze Stück von vorne bis hinten spielen – und an den gleichen Stellen hängen bleiben.

Besser:

Schwierige Stellen isolieren. Nur 1–2 Takte üben. Diese langsam und sauber festigen. Erst dann wieder ins Ganze einsetzen.

Hände getrennt üben – kein Zeichen von „Anfänger“

Auch Fortgeschrittene machen das regelmäßig. Erst rechte Hand sicher. Dann linke Hand sicher. Dann beides zusammen.

So vermeidet man:

Koordinationsfehler, falsche Automatismen, unnötige Überforderung

Mitdenken statt „auf Autopilot spielen“

Wenn man mechanisch immer wieder das Gleiche spielt, merkt man Fehler oft gar nicht mehr. Man festigt genau das, was man eigentlich nicht will.

Besser:

bewusst zuhören bewusst fühlen, was die Hände tun notfalls kurz stoppen und korrigieren

Pausen sind Teil des Übens

Wenn die Konzentration nachlässt:

Aufhören.

Weiterüben im müden Zustand:

speichert Fehler, verschlechtert die Haltung, senkt die Qualität

10 gute Minuten sind besser als 30 schlechte.

Die wichtigste Haltung beim Üben

Nicht:

„Ich darf keine Fehler machen.“

Sondern:

„Ich baue mir das Stück Schritt für Schritt sicher auf.“

Fehler sind kein Drama.

Unbewusstes Wiederholen von Fehlern ist das eigentliche Problem.

Fazit: Wie übt man richtig, ohne sich Fehler anzugewöhnen?

✅ langsam ✅ in kleinen Abschnitten ✅ bewusst ✅ konzentriert ✅ lieber kurz und gut als lang und schlampig

So kommt man:

sicherer, entspannter und mit mehr Freude voran.


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Janina Rüger-Aamot

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