Nie zu spät für Musik
Vielleicht kennst Du das: Du hörst ein Akkordeon – und plötzlich ist da dieses Ziehen im Bauch. Der Klang erinnert an Sommerabende, an alte Träume, an die Sehnsucht nach etwas, das Du schon lange tun wolltest. Und dann kommt der Gedanke: „Aber kann ich das überhaupt noch lernen?“
Die kurze Antwort lautet: Ja, absolut.
Ich arbeite seit vielen Jahren mit Erwachsenen, die genau an diesem Punkt stehen – und ich sehe jedes Mal dieselbe Freude, denselben Aha-Moment, wenn sie merken, dass das Akkordeon eines der ausdrucksstärksten überhaupt. (Ich gebe zu, hier bin ich sehr subjektiv geprägt ;-))
Warum Erwachsene oft schneller lernen
Als Erwachsene bringen wir etwas mit, das Kinder oft so noch nicht haben:
- Bewusstes Üben. Wir verstehen Zusammenhänge und merken, was funktioniert.
- Motivation. Niemand zwingt uns – wir wollen lernen.
- Emotion. Musik wird zu einem Spiegel des Lebens, nicht zu einer Pflichtübung.
Viele meiner Schüler:innen starten über 50 – und nach wenigen Wochen spielen sie ihre ersten Stücke. Der Unterschied liegt nicht im Alter, sondern in der Haltung: Wer dranbleibt und Freude am Prozess hat, macht Fortschritte.
Was Dich am Anfang wirklich weiterbringt
- Ein passendes Instrument. Nicht zu groß, nicht zu schwer – ich helfe gerne mit ein paar Tipps bei der Suche.
- Eine gute Haltung. Sitze stabil, spüre den Boden unter den Füßen und halte das Instrument nah am Körper.
- Kurze, regelmäßige Übezeiten. 10 Minuten täglich bringen mehr als 1 Stunde am Wochenende.
- Kleine Ziele. Heute zwei Töne, morgen drei – und plötzlich entsteht Musik.
Typische Sorgen – und was wirklich zählt
Viele glauben, man müsse Noten lesen können oder ein musikalisches „Talent“ haben. Ersteres kann man lernen und das zweite haben wir alle.
In Wahrheit brauchst Du nur eins: Neugier.
Alles andere entsteht unterwegs. Technik, Notenlesen, Rhythmusgefühl – das lässt sich Schritt für Schritt aufbauen.
Ich habe in Deutschland und Italien Musik studiert, viel konzertiert und dabei eines gelernt: Musik ist keine Frage des Alters, sondern des Mutes, anzufangen.
Fazit
„Zu spät“ gibt es nicht – nur falsche Vorstellungen.
Wenn Du das Akkordeon schon immer geliebt hast, ist jetzt der richtige Moment zu beginnen.
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