Mann mit Akkordeon

Einleitung

Das Akkordeon ist ein einzigartiges Instrument, das sowohl melodische als auch harmonische Elemente vereint. Doch das Üben stellt Musiker:innen vor besondere Herausforderungen: Koordination der Hände, Balance zwischen Melodie- und Bassspiel, und die richtige Atmung für eine stabile Balgführung.

Um wirklich Fortschritte zu machen, reicht es nicht, Passagen einfach immer wieder zu wiederholen. Die neuesten Erkenntnisse aus der Musikpädagogik und Lernpsychologie zeigen, dass ein gezielter und bewusster Übungsansatz entscheidend ist. Basierend auf dem Übemanual von Williams und anderen wissenschaftlichen Studien, zeigen wir Dir, wie Du Dein Akkordeonspiel auf das nächste Level bringst.


1. Üben mit System – Klare Ziele setzen statt wahllose Wiederholungen

Statt einfach ein Stück immer wieder durchzuspielen, solltest Du strukturierte Übeeinheiten planen:

🎯 Langfristiges Ziel: Ein Stück fehlerfrei spielen oder eine neue Technik beherrschen.
🎯 Kurzfristiges Ziel: Heute konzentrierst Du Dich nur auf eine schwierige Stelle oder eine bestimmte Handbewegung.
🎯 Fehlersuche statt stumpfes Wiederholen: Warum klappt eine Stelle nicht? Liegt es an der Koordination, an der Balgkontrolle oder an einer Unsicherheit in der linken Hand?

Tipp: Halte Deine Fortschritte in einem Übetagebuch fest! Notiere, welche Stellen noch Probleme machen und welche Übetechniken besonders gut geholfen haben.


2. Variation statt Automatisierung – Differenzielles Üben für mehr Flexibilität

Warum klappt es im Übungsraum, aber nicht auf der Bühne? Oft haben wir uns eine Passage in einem ganz bestimmten Kontext eingeprägt – weicht dieser ab, entstehen Fehler. Deshalb ist es wichtig, bewusst mit Variationen zu üben:

🔄 Verändere das Tempo: Extrem langsam, dann schneller als gewohnt spielen.
🔄 Spiele mit rhythmischen Variationen: Triolen, punktierte Rhythmen oder swingend statt gerade.
🔄 Verändere die Artikulation: Staccato, Legato oder betonte Phrasierung.
🔄 Tausche Hände-Rollen: Nur mit einer Hand spielen oder die Bässe anders kombinieren.

👉 Ergebnis: Dein Gehirn lernt die Musik nicht als starre Bewegungsabfolge, sondern als flexibles Muster, das sich jeder Situation anpassen kann.


3. Gezielte Balgkontrolle – Mehr Ausdruck durch bewusste Atmung

Der Balg ist beim Akkordeon vergleichbar mit der Atmung einer Sänger:in oder dem Bogen einer Geiger:in. Er beeinflusst Dynamik, Phrasierung und Ausdruckskraft. Williams hebt hervor, dass bewusstes Üben wichtiger ist als reines Wiederholen – das gilt besonders für den Balgfluss:

💨 Übung 1: Balgbewegung ohne Ton – Spüre bewusst, wie der Balg sich öffnet und schließt.
💨 Übung 2: Statische Töne mit kontrolliertem Balgdruck – Spiele eine Note und variiere den Balgdruck, um Klangveränderungen wahrzunehmen.
💨 Übung 3: Lautstärkekontrolle mit Crescendo und Decrescendo – Steigere oder reduziere die Dynamik über eine lange Phrase hinweg.

👉 Ziel: Ein gleichmäßiger und bewusster Balgfluss sorgt für eine natürliche Phrasierung und eine klangvolle Interpretation.


4. Mentales Üben – Akkordeonspiel im Kopf trainieren

Viele Musiker:innen unterschätzen die Kraft des mentalen Übens. Doch Studien zeigen: Das Gehirn verarbeitet Musik auch ohne physisches Spiel – manchmal sogar effektiver!

👀 Visualisierung: Stelle Dir eine Passage vor, bevor Du sie spielst. Wo sind Fingersätze? Wie öffnet sich der Balg?
🎶 Inneres Hören: Versuche, das Stück komplett in Deinem Kopf zu „spielen“.
📋 Ohne Instrument üben: Nimm eine Partitur und verfolge die Musik, ohne das Akkordeon zu benutzen.

👉 Ergebnis: Wer mental übt, verbessert seine Vorstellungskraft, Präzision und Selbstsicherheit – besonders wichtig für Auftritte!


5. Pausen & Schlaf – Dein Gehirn lernt im Ruhezustand weiter!

Viele Musiker:innen denken, sie müssten stundenlang üben, um Fortschritte zu machen. Williams zeigt: Die Qualität des Übens ist wichtiger als die Quantität. Unser Gehirn braucht Pausen und Schlaf, um das Gelernte zu verarbeiten.

⏳ Übe lieber 3x 30 Minuten mit Fokus als 3 Stunden unstrukturiert.
🛑 Mach nach 20–30 Minuten eine kurze Pause, um das Nervensystem zu entlasten.
😴 Lerne eine schwierige Passage kurz vor dem Schlafengehen – Dein Gehirn verarbeitet sie über Nacht!

👉 Ergebnis: Dein Körper ist entspannt, Dein Kopf ist wach – und Dein Spiel wird präziser und ausdrucksstärker.


Fazit: Richtiges Üben macht den Unterschied!

Das Akkordeon verlangt von Musiker:innen eine hohe Koordination, Fingerspitzengefühl und klangliche Kontrolle. Wer gezielt übt, statt einfach nur zu wiederholen, wird schneller Fortschritte machen und mit mehr Leichtigkeit spielen.

🔹 Setze klare Ziele für jede Übeeinheit.
🔹 Variiere Deine Übemethoden, um Flexibilität zu gewinnen.
🔹 Nutze Balgkontrolle und Atmung für mehr Ausdruck.
🔹 Ergänze mentales Üben, um Sicherheit zu gewinnen.
🔹 Achte auf Pausen und Schlaf, um nachhaltig zu lernen.

👉 Welche dieser Methoden nutzt Du bereits beim Akkordeonspielen? Teile Deine Erfahrungen in den Kommentaren! 🎶✨

📖 Mehr über effektives Üben findest Du hier:
➡️ Übemanual von Williams (PDF)

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Noch mehr Übetipps findest Du auf besserueben.com


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Ich bin Janina

Janina Rüger-Aamot

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Ich möchte Euch jemanden vorstellen der nicht nur ein unglaublicher Akkordeonexperte ist, sondern auch ein super sympathischer Mensch, der immer ein offenes Ohr für meine (und sicher auch Eure) Fragen hat: Michael Hellmer / Akkordeonbaumeister. In seinen Videos beantwortet er alle Eure Fragen zum Innenleben eines Akkordeons. Es lohnt sich: